Wann eine Dachinspektion per Drohne sinnvoll ist
Ein Gerüst oder ein Hubsteiger lohnt sich vor allem dann, wenn tatsächlich auf dem Dach gearbeitet wird. Für eine reine Bestandsaufnahme ist der Aufwand oft unverhältnismäßig. Typische Anlässe für eine Drohnenbefliegung:
- Nach Sturm oder Hagel, als schnelle Übersicht vor der Entscheidung, ob ein Gutachter oder Dachdecker vor Ort nötig ist
- Vor dem Kauf oder Verkauf einer Immobilie, als zusätzliche Dokumentation zum Zustand des Dachs
- Vor einer Sanierung, um den Bestand vorab zu erfassen
- Bei Kaminen und Schornsteinen, die sonst nur mit Leiter und Absturzsicherung erreichbar sind
- Bei Flachdächern und Hallendächern mit großer Fläche, wo eine Begehung viel Zeit kostet
- Bei schwer zugänglichen Dächern, etwa an Hanglage oder ohne sicheren Anleiterpunkt

Was im Bild zu sehen ist, und was nicht
Aus der Nähe fotografiert zeigt sich viel: verschobene oder fehlende Ziegel, Moosbewuchs, Rissbildung, Schäden an Blechanschlüssen, Verformungen an Dachrinnen und der Gesamtzustand von First und Grat.
Bei Flachdächern zeigt sich zusätzlich der Zustand von Abläufen, Attika und Aufbauten wie Lichtkuppeln oder Klimageräten, die von der Straße aus meist gar nicht einsehbar sind.
Was im normalen Sichtbild nicht zu sehen ist, ist eine Durchfeuchtung unter der Deckung. Dafür braucht es eine zusätzliche Wärmebildaufnahme, wie sie auch bei der Gebäudethermografie eingesetzt wird, und selbst dann zeigt sich nur ein Temperaturmuster, keine Diagnose.
Eine Drohnenaufnahme sagt außerdem nichts über die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion aus. Ob ein Sparren nachgibt oder eine Fläche zusätzliche Last verträgt, lässt sich nur vor Ort und im Zweifel mit statischer Prüfung beurteilen. Diese Einordnung bleibt beim Dachdecker, Statiker oder Gutachter.
Gerüst, Hubsteiger oder Drohne
Alle drei Wege haben ihre Berechtigung, sie unterscheiden sich vor allem in Aufwand und Zweck.
Ein Gerüst lohnt sich, wenn tatsächlich gearbeitet wird: Ziegel getauscht, Anschlüsse erneuert, eine Fläche neu gedeckt. Es steht meist über mehrere Tage und braucht eine entsprechende Vorlaufzeit.
Ein Hubsteiger eignet sich für kurze, punktuelle Arbeiten an einer einzelnen Stelle, ist aber auf befahrbaren Untergrund und ausreichend Platz um das Gebäude angewiesen.
Eine Drohnenbefliegung braucht keines von beidem. Niemand betritt das Dach oder das Grundstück des Nachbarn, es entsteht kein Baustellenbetrieb, und die Aufnahmen liegen am selben Tag vor. Dafür ersetzt sie keine Arbeiten auf dem Dach, sondern nur die Bestandsaufnahme davor.
Wo eine Sanierung ohnehin ansteht, ist die Reihenfolge meist: erst die Drohne für die Übersicht, dann gezielt Gerüst oder Hubsteiger für die Stellen, die eine Nahprüfung oder Arbeiten brauchen.
Was Sie vor dem Termin vorbereiten
Für den Flug selbst müssen Sie nichts herrichten. Sinnvoll ist, uns vorab mitzuteilen, ob auf dem Grundstück Hindernisse stehen, die den Start- und Landeplatz einschränken, etwa hohe Bäume, Freileitungen oder ein enger Innenhof.
Bei Reihenhäusern und dicht bebauten Straßen hilft es, wenn Fahrzeuge auf der Zufahrt kurz umgeparkt werden können. Für die Aufnahme selbst muss niemand zu Hause sein, ein kurzer Zugang zum Grundstück für Start und Landung reicht aus.

Rechtlicher Rahmen für den Flug
Drohnenflüge über bebautem Gebiet fallen unter die EU-Drohnenverordnung. Für die Art von Aufnahmen, die eine Dachinspektion braucht, reicht in aller Regel die offene Kategorie, mit einer maximalen Flughöhe von 120 Metern über Grund und dem gebotenen Abstand zu unbeteiligten Personen.
Wo eine Aufnahme unvermeidlich auch Nachbargrundstücke zeigt, wird das auf das Nötigste begrenzt, und wir gehen mit den Persönlichkeitsrechten der Menschen, die dort wohnen, entsprechend zurückhaltend um. Details dazu stehen in unserer Datenschutzerklärung.
Vor jedem Flug prüfen wir Standort und Luftraum, damit der Termin zur Lage passt. Sollte für Ihr Grundstück eine besondere Freigabe nötig sein, klären wir das im Vorfeld mit der zuständigen Stelle.
Übergabe an Dachdecker oder Gutachter
Am Ende bekommen Sie hochauflösende Sichtbilder aus mehreren Winkeln, dazu ein Inspektionsprotokoll mit Bildzuordnung. Wie das aussieht, zeigt das Musterprotokoll als PDF.
Nach einem Schadensfall lässt sich dieselbe Befliegung auch als Schadensdokumentation auslegen, mit Fokus auf eine vollständige, nachvollziehbare Bestandsaufnahme für Versicherung oder Gutachter.
Die Bilder gehen an Sie oder direkt an den Dachdecker, Energieberater oder Gutachter Ihrer Wahl. Was die Aufnahmen bedeuten und was als Nächstes zu tun ist, entscheidet dieser Fachpartner. In Reutlingen, Waiblingen und dem übrigen Kerngebiet ist ein Termin meist innerhalb weniger Tage möglich.